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Oskar Schlemmer<BR>Bauplastik R

In Evening Sale - Moderne und Zeitgenössische Kun...

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Oskar Schlemmer<BR>Bauplastik R
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Köln
Bronzeplastik Höhe 98,8 cm Seitlich rechts unten bezeichnet und datiert "PROBEGUSS BRONZE 1964 UNVERKÄUFLICH FÜR JULIAN HILDEBRANDT". Posthumer Guss 1964; Unikat in diesem Material, neben der Auflage von 10 Aluminiumgüssen. Gießerei H. Noack, Berlin. - Mit schöner goldbrauner Patina.

v. Maur P 10a (Aluminium)

Mit einer Bestätigung von Tut Schlemmer, Stuttgart, vom 10. März 1979

Provenienz
Nachlass des Künstlers; Geschenk Tut Schlemmers an den Vorbesitzer, Familie Hans Hildebrandt; Privatsammlung

Ausstellungen
U.a. Bern 1959 (Kunsthalle Bern), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 157 (Aluminium); Hannover 1960/1961 u.a. Wanderausstellung (Kestner-Gesellschaft), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 158 (Aluminium); Rom 1962 (Galleria Nazionale d'Arte Moderna), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 44 (Aluminium); London 1962 (Marlborough Fine Art), Painters of the Bauhaus, Kat. Nr. 188 (Aluminium); Berlin 1963 (Akademie der Künste), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 254 (Aluminium); Stuttgart 1968 (Württembergischer Kunstverein), 50 Jahre Bauhaus, S. 298, Kat. Nr. 265 mit Abb.; London 1968/1971 u.a. Wanderausstellung, 50 Jahre Bauhaus, S. 297, Kat. Nr. 217 (Aluminium); Berlin 1977 (Neue Nationalgalerie/Akademie der Künste/Große Orangerie), Tendenzen der Zwanziger Jahre, Kat. Nr. 1/243, mit Abb. 112

Literatur
Karin v. Maur, Oskar Schlemmer, Das plastische Werk, Stuttgart 1972, S. 27, mit ganzseitiger Farbtafel S. 25 (Aluminium); Wulf Herzogenrath, Oskar Schlemmer. Die Wandgestaltung der neuen Architektur, München 1973, Verz. 14.4, mit Abb. 227 (Aluminium); Hans M. Wingler, Kleine Bauhaus-Fibel, Berlin 1974; S. 18, mit Abb. S. 20 (Aluminium)

In der bedeutenden „Bauplastik R“ visualisiert sich in nuce Oskar Schlemmers künstlerisches Gesamtwerk. Hier ist schon seine Auffassung von gegenstandsgebundener Abstraktion formuliert.
Im Entstehungsjahr unseres Reliefs, 1919, konstituiert sich in Weimar das Staatliche Bauhaus aus der von Henry van de Velde gegründeten Kunstgewerbeschule. Neuer und moderner soll die Hochschule sein. Aus der Idee der Gestaltung jeden Lebensbereichs im Sinne des Gesamtkunstwerks entwickelt sich der Grundsatz, dass nun die Form der Funktion folgen und damit über die im 19. Jahrhundert entwickelte Schönheitsidee hinausgehen soll. Der neuen Devise „Form follows function“ wird der Mensch in seinen Maßen und Bedürfnissen zugrunde gelegt.
1920 wird Oskar Schlemmer von Walter Gropius an das Bauhaus berufen und leitet die Klasse der Wandgestaltung - ein Aufgabenbereich, der in direktem Zusammenhang mit unserem Relief zu sehen ist. Denn formal ist die Wand als architektonisches Bauteil per se werkimmanent für die skulpturale Gattung Relief. Die Vermessung des menschlichen Körpers stellt Oskar Schlemmers ureigenstes Thema dar, in seiner Wandgestaltung, in seiner Plastik und Malerei sowie in seinem Bühnenwerk.
„Er abstrahiert aus der menschlichen Gestalt die Idee ihrer Linie, das Gesetz ihrer Proportion und ihres Flächeninhalts“, beschreibt der Direktor der Dresdener Städtischen Kunstsammlungen, Paul Ferdinand Schmidt, in dem ersten umfassenden Artikel über Oskar Schlemmer im Jahrbuch der jungen Kunst bereits 1921. (zit. nach Karoline Hille. Fläche-Raum-Unendlichkeit, in: Ausst. Kat. Oskar Schlemmer. Wand-Bild-Bild-Wand, Städt. Kunsthalle Mannheim 1988, S. 19).
Die nach Hans Hildebrandt folgende Bearbeiterin des Werks Oskar Schlemmers, Karin v. Maur, beschreibt die „Bauplastik R“ eingehend:
Die "Reihe der Reliefs von 1919 [gipfelt] in der 'Bauplastik R', mit der Schlemmer nicht nur die Polychromie, sondern weitgehend auch die Flächengebundenheit verläßt. Auf der Vertikalachse eines schmalen Hochrechtecks erhebt sich eine nach rechts gewendete Jünglingsfigur, deren schlanke Umrisse auf elementare geometrische Grundformen reduziert sind. Aus ihren Proportionen ergibt sich ein tektonisches System aus kubischen Rechteckfeldern, gegeneinander versetzt zu beiden Seiten der teilenden und verbindenden Längsachse. Durch den rhythmischen Wechsel von konkaven und konvexen Partien wird die Fläche auf mehreren Ebenen in die Tiefe gestuft und überhöht. Auf diese Weise entsteht ein ebenso klares wie differenziertes Gefüge aus rechteckigen Hohlräumen, eingeschnittenen Konturen, scharfkantigen Graten und runden Wölbungen. Statt der Farben übernimmt hier das Licht die Funktion der aktivierenden Akzentsetzung: je nach Beleuchtung werden markante und wechselnde Kontraste von belichteten und verschatteten Partien erzeugt, die als dynamisches Element an der raumplastischen Gestaltung mitwirken.
Das profilierte Gliederungssystem, das die Gestalt durchdringt und ihre gesetzmäßige Proportionierung sichtbar werden läßt, wirkt in allen Teilen so konsequent, daß Figur und Konstruktion zu einer harmonischen Ganzheit zusammenwachsen." (Karin v. Maur 1972, op. cit., S. 27).

Noch differenzierter als in der Version in Aluminium erscheint das Spiel von Licht und Schatten, von Flächen und Linien, von Konkaven und Konvexen, in dem hier vorliegenden Bronzeguss, der in dieser Materialausführung einmalig und somit als Unikat zu begreifen ist.
Bronze sculpture Height 98.8 cm Inscribed and dated "PROBEGUSS BRONZE 1964 UNVERKÄUFLICH FÜR JULIAN HILDEBRANDT" on lower right side. Posthumous cast 1964; unique piece in this material, beside the edition of 10 aluminium casts. Foundry H. Noack, Berlin. - Fine golden brown patina.

v. Maur P 10a (aluminium)

With a confirmation by Tut Schlemmer, Stuttgart, dated 10 March 1979

Provenance
Estate of the artist; Gift from Tut Schlemmer to the previous owner, Family Hans Hildebrandt; Private collection

Exhibitions
I.a. Bern 1959 (Kunsthalle Bern), Oskar Schlemmer, cat. no. 157 (aluminium); Hanover 1960/1961 i.a. travelling exhibition (Kestner-Gesellschaft), Oskar Schlemmer, cat. no. 158 (aluminium); Rome 1962 (Galleria Nazionale d'Arte Moderna), Oskar Schlemmer, cat. no. 44 (aluminium); London 1962 (Marlborough Fine Art), Painters of the Bauhaus, cat. no. 188 (aluminium); Berlin 1963 (Akademie der Künste), Oskar Schlemmer, cat. no. 254 (aluminium); Stuttgart 1968 (Württembergischer Kunstverein), 50 Jahre Bauhaus, p. 298, cat. no. 265 with illus.; London 1968/1971 i.a. travelling exhibition, 50 Jahre Bauhaus, p. 297, cat. no. 217 (aluminium); Berlin 1977 (Neue Nationalgalerie/Akademie der Künste/Große Orangerie), Tendenzen der Zwanziger Jahre, cat. no. 1/243, with illus. 112

Literature
Karin v. Maur, Oskar Schlemmer, Das plastische Werk, Stuttgart 1972, p. 27, with full-page colour plate p. 25 (aluminium); Wulf Herzogenrath, Oskar Schlemmer. Die Wandgestaltung der neuen Architektur, Munich 1973, dir. 14.4, with illus. 227 (aluminium); Hans M. Wingler, Kleine Bauhaus-Fibel, Berlin 1974; p. 18, with illus. p. 20 (aluminium)

The highly important bronze sculpture “Bauplastik R” concisely visualises Oskar Schlemmer's entire artistic oeuvre. His concept of an abstraction tied to the object is already formulated here.
In 1919, the year our relief was created, the school of applied art founded by Henry van de Velde in Weimar was reconstituted as the State Bauhaus. This educational institution was to be newer and more modern. The idea of shaping every area of life in the sense of a total work of art developed into the principle that form was now to follow function and thus move beyond the notion of beauty developed in the 19th century. The new motto “form follows function” was made to provide the foundation for the measure and needs of human beings.
In 1920 Walter Gropius offered a position at the Bauhaus to Oskar Schlemmer, who headed the class for wall decoration - an area of responsibility that is to be seen as directly connected with our relief. Formally the wall, as an architectonic component, is automatically inherent to the sculptural category of relief. And the measurement of the human body represents Oskar Schlemmer's most distinctively characteristic theme: in his wall decorations, his sculptures and paintings and also his works for the stage.
“He abstracts from the human form the idea of its line, the law of its proportions and its surface area” explains Paul Ferdinand Schmidt, Director of the Dresdener Städtische Kunstsammlungen, in the first extensive article about Oskar Schlemmer, which was published in Jahrbuch der jungen Kunst in 1921 (cited in Karoline Hille. Fläche-Raum-Unendlichkeit, in: exh. cat. Oskar Schlemmer. Wand-Bild-Bild-Wand, Städtische Kunsthalle Mannheim 1988, p. 19).
Karin von Maur, who catalogued Oskar Schlemmer's work after Hans Hildebrandt, describes “Bauplastik R” in depth:
The “series of reliefs from 1919 [culminates] in 'Bauplastik R', in which Schlemmer abandons not just polychromy but, to a great extent, the attachment to the plane as well. The figure of a youth rises along the vertical axis of a narrow, upright rectangle - turned to the right, his slender contours are reduced to elementary geometric forms. His proportions produce a tectonic system made up of cubic rectangular fields, offset opposite one another on either side of the dividing and connecting longitudinal axis. Through the rhythmic alternation of concave and convex passages, the plane becomes recessed and raised on multiple levels in depth. This results in a framework that is no less clear than it is nuanced and consists of rectangular cavities, interrupted contours, sharp-edged ridges and rounded protrusions. Here, instead of colours, it is light that serves to activate the work by adding accents: depending on the lighting, remarkable and shifting contrasts between passages in the light and in shadow are generated and contribute to the three-dimensional sculptural composition as a dynamic element.
The profiled structural system, which cuts through the figure and renders its regular proportions visible, appears so logical in all of its parts that the figure and construction merge together into a harmonious whole” (Karin von Maur 1972, op. cit., p. 27).

Compared to the aluminium version, the play of light and shadow, surface and line, concave and convex appears even more nuanced in the bronze cast - realised only once in this material, this piece is thus to be seen as a unique work.
Bronzeplastik Höhe 98,8 cm Seitlich rechts unten bezeichnet und datiert "PROBEGUSS BRONZE 1964 UNVERKÄUFLICH FÜR JULIAN HILDEBRANDT". Posthumer Guss 1964; Unikat in diesem Material, neben der Auflage von 10 Aluminiumgüssen. Gießerei H. Noack, Berlin. - Mit schöner goldbrauner Patina.

v. Maur P 10a (Aluminium)

Mit einer Bestätigung von Tut Schlemmer, Stuttgart, vom 10. März 1979

Provenienz
Nachlass des Künstlers; Geschenk Tut Schlemmers an den Vorbesitzer, Familie Hans Hildebrandt; Privatsammlung

Ausstellungen
U.a. Bern 1959 (Kunsthalle Bern), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 157 (Aluminium); Hannover 1960/1961 u.a. Wanderausstellung (Kestner-Gesellschaft), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 158 (Aluminium); Rom 1962 (Galleria Nazionale d'Arte Moderna), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 44 (Aluminium); London 1962 (Marlborough Fine Art), Painters of the Bauhaus, Kat. Nr. 188 (Aluminium); Berlin 1963 (Akademie der Künste), Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 254 (Aluminium); Stuttgart 1968 (Württembergischer Kunstverein), 50 Jahre Bauhaus, S. 298, Kat. Nr. 265 mit Abb.; London 1968/1971 u.a. Wanderausstellung, 50 Jahre Bauhaus, S. 297, Kat. Nr. 217 (Aluminium); Berlin 1977 (Neue Nationalgalerie/Akademie der Künste/Große Orangerie), Tendenzen der Zwanziger Jahre, Kat. Nr. 1/243, mit Abb. 112

Literatur
Karin v. Maur, Oskar Schlemmer, Das plastische Werk, Stuttgart 1972, S. 27, mit ganzseitiger Farbtafel S. 25 (Aluminium); Wulf Herzogenrath, Oskar Schlemmer. Die Wandgestaltung der neuen Architektur, München 1973, Verz. 14.4, mit Abb. 227 (Aluminium); Hans M. Wingler, Kleine Bauhaus-Fibel, Berlin 1974; S. 18, mit Abb. S. 20 (Aluminium)

In der bedeutenden „Bauplastik R“ visualisiert sich in nuce Oskar Schlemmers künstlerisches Gesamtwerk. Hier ist schon seine Auffassung von gegenstandsgebundener Abstraktion formuliert.
Im Entstehungsjahr unseres Reliefs, 1919, konstituiert sich in Weimar das Staatliche Bauhaus aus der von Henry van de Velde gegründeten Kunstgewerbeschule. Neuer und moderner soll die Hochschule sein. Aus der Idee der Gestaltung jeden Lebensbereichs im Sinne des Gesamtkunstwerks entwickelt sich der Grundsatz, dass nun die Form der Funktion folgen und damit über die im 19. Jahrhundert entwickelte Schönheitsidee hinausgehen soll. Der neuen Devise „Form follows function“ wird der Mensch in seinen Maßen und Bedürfnissen zugrunde gelegt.
1920 wird Oskar Schlemmer von Walter Gropius an das Bauhaus berufen und leitet die Klasse der Wandgestaltung - ein Aufgabenbereich, der in direktem Zusammenhang mit unserem Relief zu sehen ist. Denn formal ist die Wand als architektonisches Bauteil per se werkimmanent für die skulpturale Gattung Relief. Die Vermessung des menschlichen Körpers stellt Oskar Schlemmers ureigenstes Thema dar, in seiner Wandgestaltung, in seiner Plastik und Malerei sowie in seinem Bühnenwerk.
„Er abstrahiert aus der menschlichen Gestalt die Idee ihrer Linie, das Gesetz ihrer Proportion und ihres Flächeninhalts“, beschreibt der Direktor der Dresdener Städtischen Kunstsammlungen, Paul Ferdinand Schmidt, in dem ersten umfassenden Artikel über Oskar Schlemmer im Jahrbuch der jungen Kunst bereits 1921. (zit. nach Karoline Hille. Fläche-Raum-Unendlichkeit, in: Ausst. Kat. Oskar Schlemmer. Wand-Bild-Bild-Wand, Städt. Kunsthalle Mannheim 1988, S. 19).
Die nach Hans Hildebrandt folgende Bearbeiterin des Werks Oskar Schlemmers, Karin v. Maur, beschreibt die „Bauplastik R“ eingehend:
Die "Reihe der Reliefs von 1919 [gipfelt] in der 'Bauplastik R', mit der Schlemmer nicht nur die Polychromie, sondern weitgehend auch die Flächengebundenheit verläßt. Auf der Vertikalachse eines schmalen Hochrechtecks erhebt sich eine nach rechts gewendete Jünglingsfigur, deren schlanke Umrisse auf elementare geometrische Grundformen reduziert sind. Aus ihren Proportionen ergibt sich ein tektonisches System aus kubischen Rechteckfeldern, gegeneinander versetzt zu beiden Seiten der teilenden und verbindenden Längsachse. Durch den rhythmischen Wechsel von konkaven und konvexen Partien wird die Fläche auf mehreren Ebenen in die Tiefe gestuft und überhöht. Auf diese Weise entsteht ein ebenso klares wie differenziertes Gefüge aus rechteckigen Hohlräumen, eingeschnittenen Konturen, scharfkantigen Graten und runden Wölbungen. Statt der Farben übernimmt hier das Licht die Funktion der aktivierenden Akzentsetzung: je nach Beleuchtung werden markante und wechselnde Kontraste von belichteten und verschatteten Partien erzeugt, die als dynamisches Element an der raumplastischen Gestaltung mitwirken.
Das profilierte Gliederungssystem, das die Gestalt durchdringt und ihre gesetzmäßige Proportionierung sichtbar werden läßt, wirkt in allen Teilen so konsequent, daß Figur und Konstruktion zu einer harmonischen Ganzheit zusammenwachsen." (Karin v. Maur 1972, op. cit., S. 27).

Noch differenzierter als in der Version in Aluminium erscheint das Spiel von Licht und Schatten, von Flächen und Linien, von Konkaven und Konvexen, in dem hier vorliegenden Bronzeguss, der in dieser Materialausführung einmalig und somit als Unikat zu begreifen ist.
Bronze sculpture Height 98.8 cm Inscribed and dated "PROBEGUSS BRONZE 1964 UNVERKÄUFLICH FÜR JULIAN HILDEBRANDT" on lower right side. Posthumous cast 1964; unique piece in this material, beside the edition of 10 aluminium casts. Foundry H. Noack, Berlin. - Fine golden brown patina.

v. Maur P 10a (aluminium)

With a confirmation by Tut Schlemmer, Stuttgart, dated 10 March 1979

Provenance
Estate of the artist; Gift from Tut Schlemmer to the previous owner, Family Hans Hildebrandt; Private collection

Exhibitions
I.a. Bern 1959 (Kunsthalle Bern), Oskar Schlemmer, cat. no. 157 (aluminium); Hanover 1960/1961 i.a. travelling exhibition (Kestner-Gesellschaft), Oskar Schlemmer, cat. no. 158 (aluminium); Rome 1962 (Galleria Nazionale d'Arte Moderna), Oskar Schlemmer, cat. no. 44 (aluminium); London 1962 (Marlborough Fine Art), Painters of the Bauhaus, cat. no. 188 (aluminium); Berlin 1963 (Akademie der Künste), Oskar Schlemmer, cat. no. 254 (aluminium); Stuttgart 1968 (Württembergischer Kunstverein), 50 Jahre Bauhaus, p. 298, cat. no. 265 with illus.; London 1968/1971 i.a. travelling exhibition, 50 Jahre Bauhaus, p. 297, cat. no. 217 (aluminium); Berlin 1977 (Neue Nationalgalerie/Akademie der Künste/Große Orangerie), Tendenzen der Zwanziger Jahre, cat. no. 1/243, with illus. 112

Literature
Karin v. Maur, Oskar Schlemmer, Das plastische Werk, Stuttgart 1972, p. 27, with full-page colour plate p. 25 (aluminium); Wulf Herzogenrath, Oskar Schlemmer. Die Wandgestaltung der neuen Architektur, Munich 1973, dir. 14.4, with illus. 227 (aluminium); Hans M. Wingler, Kleine Bauhaus-Fibel, Berlin 1974; p. 18, with illus. p. 20 (aluminium)

The highly important bronze sculpture “Bauplastik R” concisely visualises Oskar Schlemmer's entire artistic oeuvre. His concept of an abstraction tied to the object is already formulated here.
In 1919, the year our relief was created, the school of applied art founded by Henry van de Velde in Weimar was reconstituted as the State Bauhaus. This educational institution was to be newer and more modern. The idea of shaping every area of life in the sense of a total work of art developed into the principle that form was now to follow function and thus move beyond the notion of beauty developed in the 19th century. The new motto “form follows function” was made to provide the foundation for the measure and needs of human beings.
In 1920 Walter Gropius offered a position at the Bauhaus to Oskar Schlemmer, who headed the class for wall decoration - an area of responsibility that is to be seen as directly connected with our relief. Formally the wall, as an architectonic component, is automatically inherent to the sculptural category of relief. And the measurement of the human body represents Oskar Schlemmer's most distinctively characteristic theme: in his wall decorations, his sculptures and paintings and also his works for the stage.
“He abstracts from the human form the idea of its line, the law of its proportions and its surface area” explains Paul Ferdinand Schmidt, Director of the Dresdener Städtische Kunstsammlungen, in the first extensive article about Oskar Schlemmer, which was published in Jahrbuch der jungen Kunst in 1921 (cited in Karoline Hille. Fläche-Raum-Unendlichkeit, in: exh. cat. Oskar Schlemmer. Wand-Bild-Bild-Wand, Städtische Kunsthalle Mannheim 1988, p. 19).
Karin von Maur, who catalogued Oskar Schlemmer's work after Hans Hildebrandt, describes “Bauplastik R” in depth:
The “series of reliefs from 1919 [culminates] in 'Bauplastik R', in which Schlemmer abandons not just polychromy but, to a great extent, the attachment to the plane as well. The figure of a youth rises along the vertical axis of a narrow, upright rectangle - turned to the right, his slender contours are reduced to elementary geometric forms. His proportions produce a tectonic system made up of cubic rectangular fields, offset opposite one another on either side of the dividing and connecting longitudinal axis. Through the rhythmic alternation of concave and convex passages, the plane becomes recessed and raised on multiple levels in depth. This results in a framework that is no less clear than it is nuanced and consists of rectangular cavities, interrupted contours, sharp-edged ridges and rounded protrusions. Here, instead of colours, it is light that serves to activate the work by adding accents: depending on the lighting, remarkable and shifting contrasts between passages in the light and in shadow are generated and contribute to the three-dimensional sculptural composition as a dynamic element.
The profiled structural system, which cuts through the figure and renders its regular proportions visible, appears so logical in all of its parts that the figure and construction merge together into a harmonious whole” (Karin von Maur 1972, op. cit., p. 27).

Compared to the aluminium version, the play of light and shadow, surface and line, concave and convex appears even more nuanced in the bronze cast - realised only once in this material, this piece is thus to be seen as a unique work.

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Auktionsdatum
Lose: 109
Ort der Versteigerung
Neumarkt 3
Köln
50667
Germany

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Henrik  Hanstein,

sworn public auctioneer

 

 

 

Versteigerungsbedingungen

 

1.    Die Kunsthaus Lempertz KG (im Nachfolgenden Lempertz) versteigert öffentlich im Sinne des § 383 Abs. 3 Satz 1 HGB als Kommissionär für Rechnung der Einlieferer, die unbenannt bleiben. Im Verhältnis zu Abfassungen der Versteigerungsbedingungen in anderen Sprachen ist die deutsche Fassung maßgeblich.

2.    Lempertz behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen und, wenn ein besonderer Grund vorliegt, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.

3.    Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Objekte können im Rahmen der Vorbesichtigung geprüft und besichtigt werden. Die Katalogangaben und entsprechende Angaben der Internetpräsentation, die nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden, werden nicht Bestandteil der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit. Sie beruhen auf dem zum Zeitpunkt der Katalogbearbeitung herrschenden Stand der Wissenschaft. Sie sind keine Garantien im Rechtssinne und dienen aus­ schließlich der Information. Gleiches gilt für Zustandsberichte und andere Auskünfte in mündlicher oder schriftlicher Form. Zertifikate oder Bestätigungen der Künstler, ihrer Nachlässe oder der jeweils maßgeblichen Experten sind nur dann Vertragsgegenstand, wenn sie im Katalogtext ausdrücklich erwähnt werden. Der Erhaltungszustand wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt, so dass fehlende Angaben ebenfalls keine Beschaffenheitsvereinbarung begründen. Die Objekte sind gebraucht. Alle Objekte werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden.

4.    Ansprüche wegen Gewährleistung sind ausgeschlossen. Lempertz verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von den Katalogangaben, welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht unerheblich mindern, und welche innerhalb eines Jahres nach Übergabe in begründeter Weise vorgetragen werden, seine Rechte gegen­ über dem Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Maßgeblich ist der Katalogtext in deutscher Sprache. Im Falle einer erfolgreichen Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet Lempertz dem Erwerber ausschließlich den gesamten Kaufpreis. Darüber hinaus verpflichtet sich Lempertz für die Dauer von drei Jahren bei erwiesener Unechtheit zur Rückgabe der Kommission, wenn das Objekt in unverändertem Zu­ stand zurückgegeben wird.

5.    Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben oder anderweitig erteilten Auskünften und wegen Verletzung von Sorgfaltspflichten nach §§ 41 ff. KGSG sind ausgeschlossen, sofern Lempertz nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche Pflichten verletzt hat; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt. Im Übrigen gilt Ziffer 4.

6.    Abgabe von Geboten. Lempertz behält sich die Zulassung zur Auktion vor und kann diese insbesondere von der erfolgreichen Identifizierung im Sinne von § 1 Abs. 3 des GWG abhängig machen. Gebote in Anwesenheit: Der Bieter erhält gegen Vorlage seines Lichtbildausweises eine Bieternummer. Ist der Bieter Lempertz nicht bekannt, hat die Anmeldung 24 Stunden vor Beginn der Auktion schriftlich und unter Vorlage einer aktuellen Bankreferenz zu erfolgen. Gebote in Abwesenheit: Gebote können auch schriftlich, telefonisch oder über das Internet abgegeben wer­ den. Aufträge für Gebote in Abwesenheit müssen Lempertz zur ordnungsgemäßen Bearbeitung 24 Stunden vor der Auktion vorliegen. Das Objekt ist in dem Auftrag mit seiner Losnummer und der Objektbezeichnung zu benennen. Bei Unklarheiten gilt die angegebene Losnummer. Der Auftrag ist vom Aufraggeber zu unterzeichnen. Die Bestimmungen über Widerrufs­ und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen (§ 312b­d BGB) finden keine Anwendung. Telefongebote: Für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung der Verbindung kann nicht eingestanden werden. Mit Abgabe des Auftrages erklärt sich der Bieter damit einverstanden, dass der Bietvorgang aufgezeichnet werden kann. Gebote über das Internet: Sie werden von Lempertz nur angenommen, wenn der Bieter sich zuvor über das Internetportal registriert hat. Die Gebote werden von Lempertz wie schriftlich abgegebene Gebote behandelt.

7.    Durchführung der Auktion: Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein höheres Gebot abgegeben wird. Der Versteigerer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern, wenn ein besonderer Grund vorliegt, insbesondere wenn der Bieter nicht im Sinne von § 1 Abs. 3 GWG erfolgreich identifiziert werden kann. Wenn mehrere Personen zugleich dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den erteilten Zuschlag zurücknehmen und die Sache erneut aus­ bieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und dies vom Bieter sofort beanstandet worden ist oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. Schriftliche Gebote werden von Lempertz nur in dem Umfang ausgeschöpft, der erforderlich ist, um ein anderes Gebot zu überbieten. Der Versteigerer kann für den Einlieferer bis zum vereinbarten Limit bieten, ohne dies anzuzeigen und unabhängig davon, ob andere Gebote abgegeben werden. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer dem Bieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung unter https://www.lempertz.com/de/datenschutzerklaerung.html

8.    Mit Zuschlag kommt der Vertrag zwischen Versteigerer und Bieter zustande   (§ 156 S. 1 BGB). Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Sofern ein Zuschlag unter Vorbehalt erteilt wurde, ist der Bieter an sein Gebot bis vier Wochen nach der Auktion gebunden, wenn er nicht unverzüglich nach Erteilung des Zuschlages von dem Vorbehaltszuschlag zurücktritt. Mit der Erteilung des Zuschlages gehen Besitz und Gefahr an der versteigerten Sache unmittelbar auf den Bieter/Ersteigerer über, das Eigentum erst bei vollständigem Zahlungseingang.

9.    Auf den Zuschlagspreis wird ein Aufgeld von 25 % zuzüglich gesetzliche Umsatzsteuer nur auf das Aufgeld erhoben, auf den über € 400.000 hinausgehenden Betrag reduziert sich das Aufgeld auf 20 % (Differenzbesteuerung).

Bei differenzbesteuerten Objekten, die mit N gekennzeichnet sind, wird zusätzlich die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 7 % berechnet.

Für Katalogpositionen, die mit R gekennzeichnet sind, wird die gesetzliche Umsatzsteuer auf den Zuschlagspreis + Aufgeld berechnet (Regelbesteuerung).

Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (d.h. außerhalb der EU) und – bei Angabe der Umsatzsteuer­Identifikationsnummer – auch  an Unternehmen in EU­Mitgliedsstaaten. Für Originalkunstwerke, deren Urheber noch leben oder vor weniger als 70 Jahren (§ 64 UrhG) verstorben sind, wird zur Abgeltung des gemäß § 26 UrhG zu entrichtenden Folgerechts eine Gebühr in Höhe von 1,8 % auf den Hammerpreis erhoben. Die Gebühr beträgt maximal € 12.500. Bei Zahlungen über einem Betrag von EUR 10.000,00 ist Lempertz gemäß §3 des GWG verpflichtet, die Kopie eines Lichtbildausweises des Käufers zu erstellen. Dies gilt auch, wenn eine Zahlung für mehrere Rechnungen die Höhe von EUR 10.000,00 überschreitet. Nehmen Auktionsteilnehmer ersteigerte Objekte selber in Drittländer mit, wird ihnen die Umsatzsteuer erstattet, sobald Lempertz Ausfuhr­ und Abnehmernachweis vorliegen. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.

10.    Ersteigerer haben den Endpreis (Zuschlagspreis zuzüglich Aufgeld + gesetzliche MwSt.) im unmittelbaren Anschluss an die Auktion an Lempertz zu zahlen. Zahlungen sind  in Euro zu tätigen. Der Antrag auf Umschreibung einer Rechnung auf einen anderen Kunden als den Bieter muss unmittelbar im Anschluss an die Auktion abgegeben werden. Lempertz behält sich die Durchführung der Umschreibung vor. Die Umschreibung erfolgt unter Vorbehalt der erfolgreichen Identifizierung (§ 1 Abs. 3 GWG) des Bieters und derjenigen Person, auf die die Umschreibung der Rechnung erfolgt. Rechnungen werden nur an diejenigen Personen ausgestellt, die die Rechnung tatsächlich begleichen.

11.    Bei Zahlungsverzug werden 1 % Zinsen auf den Bruttopreis pro Monat berechnet. Lempertz kann bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach Fristsetzung Schadenersatz statt der Leistung verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache nochmals versteigert wird und der säumige Ersteigerer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich des Aufgeldes einzustehen hat.

12.    Die Ersteigerer sind verpflichtet, ihre Erwerbung sofort nach der Auktion in Empfang zu nehmen. Lempertz haftet für versteigerte Objekte nur für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit. Ersteigerte Objekte werden erst nach vollständigem Zahlungseingang ausgeliefert. Eine Versendung erfolgt ausnahmslos auf Kosten und Gefahr des Ersteigerers. Lempertz ist berechtigt, nicht abgeholte Objekte vier Wochen nach der Auktion im Namen und auf Rechnung des Ersteigerers bei einem Spediteur ein­ lagern und versichern zu lassen. Bei einer Selbsteinlagerung durch Lempertz werden 1 % p.a. des Zuschlagspreises für Versicherungs­ und Lagerkosten berechnet.

13.    Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann, ist Köln. Es gilt deutsches Recht; Das Kulturgutschutzgesetz wird angewandt. Das UN­Übereinkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. Sollte eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. Es wird auf die Datenschutzerklärung auf unserer Webpräsenz hingewiesen.

 

Henrik Hanstein,

öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator

 

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