Los

2166

Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené

In Alte Kunst und 19. Jahrhundert

Diese Auktion ist eine LIVE Auktion! Sie müssen für diese Auktion registriert und als Bieter freigeschaltet sein, um bieten zu können.
Sie wurden überboten. Um die größte Chance zu haben zu gewinnen, erhöhen Sie bitte Ihr Maximal Gebot.
Ihre Registrierung wurde noch nicht durch das Auktionshaus genehmigt. Bitte, prüfen Sie Ihr E-Mail Konto für mehr Details.
Leider wurde Ihre Registrierung durch das Auktionshaus abgelehnt. Sie können das Auktionshaus direkt kontaktieren über +49 (0)221 9257290 um mehr Informationen zu erhalten.
Sie sind zurzeit Höchstbieter! Um sicher zustellen, dass Sie das Los ersteigern, melden Sie sich zum Live Bieten an unter , oder erhöhen Sie ihr Maximalgebot.
Geben Sie jetzt ein Gebot ab! Ihre Registrierung war erfolgreich.
Entschuldigung, die Gebotsabgabephase ist leider beendet. Es erscheinen täglich 1000 neue Lose auf lot-tissimo.com, bitte starten Sie eine neue Anfrage.
Das Bieten auf dieser Auktion hat noch nicht begonnen. Bitte, registrieren Sie sich jetzt, so dass Sie zugelassen werden bis die Auktion startet.
1/2
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené - Bild 1 aus 2
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené - Bild 2 aus 2
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené - Bild 1 aus 2
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené - Bild 2 aus 2
Sie interessieren sich für den Preis dieses Loses?
Preisdatenbank abonnieren
Köln
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené
Öl auf Leinwand. 62 x 52 cm (oval).
Signiert und datiert unten links: FXWinterhalter / Paris 1853 (FXW ligiert).

Provenienz
Süddeutsche Privatsammlung.

Franz Xaver Winterhalter - kaum ein anderer Portraitmaler des 19. Jahrhunderts war derart einflussreich wie der deutsche Künstler aus dem beschaulichen Schwarzwald. Wie vielleicht nur Thomas Lawrence vor ihm war er ein künstlerisches Ereignis von gesamteuropäischen Dimensionen. Seine Bildnisse von Elisabeth von Österreich-Ungarn („Sisi“, Abb. 1) oder Queen Victoria, die er oftmals gemalt hat, prägen bis heute deren Image als junge Monarchinnen. Die Nachwelt, davon war Queen Victoria beim Tod Winterhalters überzeugt, werde dessen Werke dereinst mit jenen Antonis van Dycks gleichsetzen.
Die Karriere Franz Xaver Winterhalters zum Bildnismaler des europäischen Hochadels verlief geradlinig und rasant. Der Ausbildung an der Hochschule in Karlsruhe (1819) folgt die Einschreibung an der Münchener Kunstakademie und der Eintritt in das Atelier Josef Stielers. Im Jahr 1834 wird er zum Hofmaler des Großherzogs von Baden ernannt, Ende des Jahres jedoch siedelt er bereits nach Paris über – da war er kaum 30 Jahre alt. Sehr bald malt er die Monarchen, Fürsten und Prinzen Europas: König Louis Philippe von Frankreich, Leopold I., König der Belgier, Queen Victoria, später Kaiser Napoleon III. und Kaiserin Eugénie, zudem Mitglieder des Hochadels aus Frankreich, Deutschland, England und Russland. Zu seinen wichtigsten Auftraggebern zählen Queen Victoria und das englische Königshaus, Winterhalter pendelt zeitweilig zwischen den Metropolen Paris, London und Brüssel, mit Abstechern nach Baden-Baden und anderen europäischen Städten. Während der Monate, die er in England verbringt, nimmt er seinen Wohnsitz im Buckingham Palace oder auf Schloss Windsor.
Als Winterhalter im Jahr 1853 das Portrait der jungen Gabrielle de Lagrené malt, ist er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Nach der Selbstproklamation Napoléon III. zum Kaiser der Franzosen im Jahr zuvor erhält er den Auftrag für das offizielle Staatsportrait (Abb. 2), ein Jahr darauf wird er kaiserlicher Hofmaler – er ist nun einer der führenden Künstler im Paris des Second Empire. Das ovale Bildnis der Gabrielle de Lagrené ist ein beispielhafter Auftrag, wie ihn Winterhalter für den französischen Adel ausführt, der danach trachtet, seine Töchter gleich den stilbildenden Monarchinnen und Prinzessinnen portraitieren zu lassen. Gabrielle war die älteste Tochter von Théodose, Comte de Lagrené, hochrangiger französischer Diplomat und Pair de France, und Marie Varinska de Doubinski (Doubenskaïa), Hofdame der russischen Zarin. Lagrené ist unter anderem in Sankt Petersburg, Darmstadt und Peking stationiert, dort handelt er 1844 den Vertrag von Huangpu mit China aus. Gabrielle wird 1835 in Darmstadt geboren, sie ist somit 18 Jahre alt, als das Bildnis entsteht, wohl der Anlass für den Bildnisauftrag. Das Portrait vereinigt die Qualitäten der Damenbildnisse Winterhalters, für die er geschätzt wurde: die Balance zwischen Idealisierung und Individualität in der Wiedergabe des Antlitzes; die Eleganz der Figurenkomposition im Oval; das Erfassen der Materialität der kostbaren Stoffe, namentlich des kostbaren Schals aus Organza; nicht zuletzt die Wiedergabe des emailhaft schmelzenden Inkarnats und der weichen dunklen Haare, die das Gesicht umrahmen.

Abb. 1/Ill. 1: Franz Xaver Winterhalter, Portrait Elisabeth von Österreich-Ungarn / Elisabeth of Austria-Hungary, Kunsthistorisches Museum, Wien/Vienna © bpk / DeAgostini / New Picture Library / G. Nimatallah
Abb. 2/ill. 2: Nach/After Franz Xaver Winterhalter, Portrait Napoléon III, Châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles © bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot
Franz Xaver Winterhalter, Portrait of Gabrielle de Lagrené
Oil on canvas. 62 x 52 cm (oval).
Signed and dated lower left: FXWinterhalter / Paris 1853 (FXW conjoined).

Provenance
Private collection, Southern Germany.

Franz Xaver Winterhalter - there was hardly another portrait painter of the 19th century as influential as the German artist from the tranquil Black Forest region. Like perhaps only that of Thomas Lawrence before him, his career being an artistic event of pan-European dimensions. His portraits of Elisabeth of Austria-Hungary ("Sisi", ill. 1) or Queen Victoria, whom he painted many times, have shaped their image as young monarchs to this day. Queen Victoria was convinced at Winterhalter's death that posterity would one day equate his works with those of Anthony van Dyck.
Franz Xaver Winterhalter's career as a portrait painter of the European aristocracy was straightforward and rapid. His training at the academy in Karlsruhe (1819) was followed by enrolment at the Munich Art Academy and entry into Josef Stieler's studio. In 1834 he was appointed court painter to the Grand Duke of Baden, but by the end of the year he had already moved to Paris - at that time he was barely 30 years old. He was soon painting the monarchs, princes and rulers of Europe: King Louis Philippe of France, Leopold I, King of the Belgians, Queen Victoria, later Emperor Napoleon III and Empress Eugénie, as well as members of the high nobility from France, Germany, England and Russia. Queen Victoria and the English royal family are among his most important clients. Winterhalter commuted at times between the metropolises of Paris, London and Brussels, with detours to Baden-Baden and other European cities. During the months he spent in England, he took up residence at Buckingham Palace or Windsor Castle.

When Winterhalter painted the portrait of the young Gabrielle de Lagrené in 1853, he was at the height of his creative powers. After Napoléon III's self-proclamation as Emperor of the French the year before, he was commissioned to paint his official state portrait (fig. 2), and a year later he was appointed imperial court painter - making him one of the leading artists of Second Empire Paris. The oval portrait of Gabrielle de Lagrené is an exemplary commission of the kind Winterhalter carried out for the French nobility, who sought to have their own daughters portrayed like the style-defining monarchs and princesses of the time. Gabrielle was the eldest daughter of Théodose, Comte de Lagrené, a high-ranking French diplomat and Pair de France, and Marie Varinska de Doubinski (Doubenskaïa), lady-in-waiting to the Russian Tsarina. Lagrené was stationed, among other places, in St Petersburg, Darmstadt and Beijing, where he negotiated the Treaty of Huangpu with China in 1844. Gabrielle was born in Darmstadt in 1835, so she was 18 years old when the portrait was painted, and this was probably the reason for its commission. The portrait unites all the qualities of Winterhalter's portraits of women for which he was so highly esteemed: the balance between idealisation and individuality in the rendering of the face; the elegance of the figure's composition within the oval surround; the tactile quality in the depiction of the precious fabrics, especially the sumptuous organza shawl; and not least the fluid enamel-like rendering of the skin of the face and the soft dark hair that frames it.

Abb. 1/Ill. 1: Franz Xaver Winterhalter, Portrait Elisabeth von Österreich-Ungarn / Elisabeth of Austria-Hungary, Kunsthistorisches Museum, Wien/Vienna © bpk / DeAgostini / New Picture Library / G. Nimatallah
Abb. 2/ill. 2: Nach/After Franz Xaver Winterhalter, Portrait Napoléon III, Châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles © bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot
Franz Xaver Winterhalter, Bildnis Gabrielle de Lagrené
Öl auf Leinwand. 62 x 52 cm (oval).
Signiert und datiert unten links: FXWinterhalter / Paris 1853 (FXW ligiert).

Provenienz
Süddeutsche Privatsammlung.

Franz Xaver Winterhalter - kaum ein anderer Portraitmaler des 19. Jahrhunderts war derart einflussreich wie der deutsche Künstler aus dem beschaulichen Schwarzwald. Wie vielleicht nur Thomas Lawrence vor ihm war er ein künstlerisches Ereignis von gesamteuropäischen Dimensionen. Seine Bildnisse von Elisabeth von Österreich-Ungarn („Sisi“, Abb. 1) oder Queen Victoria, die er oftmals gemalt hat, prägen bis heute deren Image als junge Monarchinnen. Die Nachwelt, davon war Queen Victoria beim Tod Winterhalters überzeugt, werde dessen Werke dereinst mit jenen Antonis van Dycks gleichsetzen.
Die Karriere Franz Xaver Winterhalters zum Bildnismaler des europäischen Hochadels verlief geradlinig und rasant. Der Ausbildung an der Hochschule in Karlsruhe (1819) folgt die Einschreibung an der Münchener Kunstakademie und der Eintritt in das Atelier Josef Stielers. Im Jahr 1834 wird er zum Hofmaler des Großherzogs von Baden ernannt, Ende des Jahres jedoch siedelt er bereits nach Paris über – da war er kaum 30 Jahre alt. Sehr bald malt er die Monarchen, Fürsten und Prinzen Europas: König Louis Philippe von Frankreich, Leopold I., König der Belgier, Queen Victoria, später Kaiser Napoleon III. und Kaiserin Eugénie, zudem Mitglieder des Hochadels aus Frankreich, Deutschland, England und Russland. Zu seinen wichtigsten Auftraggebern zählen Queen Victoria und das englische Königshaus, Winterhalter pendelt zeitweilig zwischen den Metropolen Paris, London und Brüssel, mit Abstechern nach Baden-Baden und anderen europäischen Städten. Während der Monate, die er in England verbringt, nimmt er seinen Wohnsitz im Buckingham Palace oder auf Schloss Windsor.
Als Winterhalter im Jahr 1853 das Portrait der jungen Gabrielle de Lagrené malt, ist er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Nach der Selbstproklamation Napoléon III. zum Kaiser der Franzosen im Jahr zuvor erhält er den Auftrag für das offizielle Staatsportrait (Abb. 2), ein Jahr darauf wird er kaiserlicher Hofmaler – er ist nun einer der führenden Künstler im Paris des Second Empire. Das ovale Bildnis der Gabrielle de Lagrené ist ein beispielhafter Auftrag, wie ihn Winterhalter für den französischen Adel ausführt, der danach trachtet, seine Töchter gleich den stilbildenden Monarchinnen und Prinzessinnen portraitieren zu lassen. Gabrielle war die älteste Tochter von Théodose, Comte de Lagrené, hochrangiger französischer Diplomat und Pair de France, und Marie Varinska de Doubinski (Doubenskaïa), Hofdame der russischen Zarin. Lagrené ist unter anderem in Sankt Petersburg, Darmstadt und Peking stationiert, dort handelt er 1844 den Vertrag von Huangpu mit China aus. Gabrielle wird 1835 in Darmstadt geboren, sie ist somit 18 Jahre alt, als das Bildnis entsteht, wohl der Anlass für den Bildnisauftrag. Das Portrait vereinigt die Qualitäten der Damenbildnisse Winterhalters, für die er geschätzt wurde: die Balance zwischen Idealisierung und Individualität in der Wiedergabe des Antlitzes; die Eleganz der Figurenkomposition im Oval; das Erfassen der Materialität der kostbaren Stoffe, namentlich des kostbaren Schals aus Organza; nicht zuletzt die Wiedergabe des emailhaft schmelzenden Inkarnats und der weichen dunklen Haare, die das Gesicht umrahmen.

Abb. 1/Ill. 1: Franz Xaver Winterhalter, Portrait Elisabeth von Österreich-Ungarn / Elisabeth of Austria-Hungary, Kunsthistorisches Museum, Wien/Vienna © bpk / DeAgostini / New Picture Library / G. Nimatallah
Abb. 2/ill. 2: Nach/After Franz Xaver Winterhalter, Portrait Napoléon III, Châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles © bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot
Franz Xaver Winterhalter, Portrait of Gabrielle de Lagrené
Oil on canvas. 62 x 52 cm (oval).
Signed and dated lower left: FXWinterhalter / Paris 1853 (FXW conjoined).

Provenance
Private collection, Southern Germany.

Franz Xaver Winterhalter - there was hardly another portrait painter of the 19th century as influential as the German artist from the tranquil Black Forest region. Like perhaps only that of Thomas Lawrence before him, his career being an artistic event of pan-European dimensions. His portraits of Elisabeth of Austria-Hungary ("Sisi", ill. 1) or Queen Victoria, whom he painted many times, have shaped their image as young monarchs to this day. Queen Victoria was convinced at Winterhalter's death that posterity would one day equate his works with those of Anthony van Dyck.
Franz Xaver Winterhalter's career as a portrait painter of the European aristocracy was straightforward and rapid. His training at the academy in Karlsruhe (1819) was followed by enrolment at the Munich Art Academy and entry into Josef Stieler's studio. In 1834 he was appointed court painter to the Grand Duke of Baden, but by the end of the year he had already moved to Paris - at that time he was barely 30 years old. He was soon painting the monarchs, princes and rulers of Europe: King Louis Philippe of France, Leopold I, King of the Belgians, Queen Victoria, later Emperor Napoleon III and Empress Eugénie, as well as members of the high nobility from France, Germany, England and Russia. Queen Victoria and the English royal family are among his most important clients. Winterhalter commuted at times between the metropolises of Paris, London and Brussels, with detours to Baden-Baden and other European cities. During the months he spent in England, he took up residence at Buckingham Palace or Windsor Castle.

When Winterhalter painted the portrait of the young Gabrielle de Lagrené in 1853, he was at the height of his creative powers. After Napoléon III's self-proclamation as Emperor of the French the year before, he was commissioned to paint his official state portrait (fig. 2), and a year later he was appointed imperial court painter - making him one of the leading artists of Second Empire Paris. The oval portrait of Gabrielle de Lagrené is an exemplary commission of the kind Winterhalter carried out for the French nobility, who sought to have their own daughters portrayed like the style-defining monarchs and princesses of the time. Gabrielle was the eldest daughter of Théodose, Comte de Lagrené, a high-ranking French diplomat and Pair de France, and Marie Varinska de Doubinski (Doubenskaïa), lady-in-waiting to the Russian Tsarina. Lagrené was stationed, among other places, in St Petersburg, Darmstadt and Beijing, where he negotiated the Treaty of Huangpu with China in 1844. Gabrielle was born in Darmstadt in 1835, so she was 18 years old when the portrait was painted, and this was probably the reason for its commission. The portrait unites all the qualities of Winterhalter's portraits of women for which he was so highly esteemed: the balance between idealisation and individuality in the rendering of the face; the elegance of the figure's composition within the oval surround; the tactile quality in the depiction of the precious fabrics, especially the sumptuous organza shawl; and not least the fluid enamel-like rendering of the skin of the face and the soft dark hair that frames it.

Abb. 1/Ill. 1: Franz Xaver Winterhalter, Portrait Elisabeth von Österreich-Ungarn / Elisabeth of Austria-Hungary, Kunsthistorisches Museum, Wien/Vienna © bpk / DeAgostini / New Picture Library / G. Nimatallah
Abb. 2/ill. 2: Nach/After Franz Xaver Winterhalter, Portrait Napoléon III, Châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles © bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot

Alte Kunst und 19. Jahrhundert

Auktionsdatum
Lose: 197
Lose: 235
Ort der Versteigerung
Neumarkt 3
Köln
50667
Germany

on request

shipping@lempertz.com

Tel.: 0049221925729 19

Wichtige Informationen

Cologne
Vernissage Thursday, 9 Nov, 6 pm
Friday, 10 Nov, 10 am - 5.30 pm
Saturday, 11 Nov, 10 am - 4 pm, by appointment only
Sunday, 12 Nov, 11 am - 4 pm
Monday, 13 Nov - Wednesday, 14 Nov, 10 am - 5.30 pm

In selection
Munich, St. Anna-Platz 3
Monday, 6 Nov and Tuesday, 7 Nov, 10 am - 5 pm

AGB

Versteigerungsbedingungen

1. Die Kunsthaus Lempertz KG (im Nachfolgenden Lempertz) versteigert öffentlich im Sinne des § 383 Abs. 3 Satz 1 HGB als Kommissionär für Rechnung der Einlieferer, die unbenannt bleiben. Im Verhältnis zu Abfassungen der Versteigerungsbedingungen in anderen Sprachen ist die deutsche Fassung maßgeblich.

2. Lempertz behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen und, wenn ein besonderer Grund vorliegt, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.

3. Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Objekte können im Rahmen der Vorbesichtigung geprüft und besichtigt werden. Die Katalogangaben und entsprechende Angaben der Internetpräsentation, die nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden, werden nicht Bestandteil der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit. Sie beruhen auf dem zum Zeitpunkt der Katalogbearbeitung herrschenden Stand der Wissenschaft. Sie sind keine Garantien im Rechtssinne und dienen ausschließlich der Information. Gleiches gilt für Zustandsberichte und andere Auskünfte in mündlicher oder schriftlicher Form. Zertifikate oder Bestätigungen der Künstler, ihrer Nachlässe oder der jeweils maßgeblichen Experten sind nur dann Vertragsgegenstand, wenn sie im Katalogtext ausdrücklich erwähnt werden. Der Erhaltungszustand wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt, so dass fehlende Angaben ebenfalls keine Beschaffenheitsvereinbarung begründen. Die Objekte sind gebraucht. Alle Objekte werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden.

4. Ansprüche wegen Gewährleistung sind ausgeschlossen. Lempertz verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von den Katalogangaben, welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht unerheblich mindern, und welche innerhalb eines Jahres nach Übergabe in begründeter Weise vorgetragen werden, seine Rechte gegenüber dem Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Maßgeblich ist der Katalogtext in deutscher Sprache. Im Falle einer erfolgreichen Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet Lempertz dem Erwerber ausschließlich den gesamten Kaufpreis. Darüber hinaus verpflichtet sich Lempertz für die Dauer von drei Jahren bei erwiesener Unechtheit zur Rückgabe der Kommission, wenn das Objekt in unverändertem Zustand zurückgegeben wird. Die gebrauchten Sachen werden in einer öffentlichen Versteigerung verkauft, an der der Bieter/Käufer persönlich teilnehmen kann. Die Regelungen über den Verbrauchsgüterverkauf finden nach § 474 Abs. 1 Satz 2 BGB keine Anwendung.

5. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben oder anderweitig erteilten Auskünften und wegen Verletzung von Sorgfaltspflichten nach §§ 41 ff. KGSG sind ausgeschlossen, sofern Lempertz nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche Pflichten verletzt hat; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt. Im Übrigen gilt Ziffer 4.

6. Abgabe von Geboten. Lempertz behält sich die Zulassung zur Auktion vor und kann diese insbesondere von der erfolgreichen Identifizierung im Sinne von § 1 Abs. 3 des GWG abhängig machen. Gebote in Anwesenheit: Der Bieter erhält gegen Vorlage seines Lichtbildausweises eine Bieternummer. Ist der Bieter Lempertz nicht bekannt, hat die Anmeldung 24 Stunden vor Beginn der Auktion schriftlich und unter Vorlage einer aktuellen Bankreferenz zu erfolgen. Gebote in Abwesenheit: Gebote können auch schriftlich, telefonisch oder über das Internet abgegeben werden. Aufträge für Gebote in Abwesenheit müssen Lempertz zur ordnungsgemäßen Bearbeitung 24 Stunden vor der Auktion vorliegen. Das Objekt ist in dem Auftrag mit seiner Losnummer und der Objektbezeichnung zu benennen. Bei Unklarheiten gilt die angegebene Losnummer. Der Auftrag ist vom Aufraggeber zu unterzeichnen. Die Bestimmungen über Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen (§ 312b-d BGB) finden keine Anwendung. Telefongebote: Für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung der Verbindung kann nicht eingestanden werden. Mit Abgabe des Auftrages erklärt sich der Bieter damit einverstanden, dass der Bietvorgang aufgezeichnet werden kann. Gebote über das Internet: Sie werden von Lempertz nur angenommen, wenn der Bieter sich zuvor über das Internetportal registriert hat. Die Gebote werden von Lempertz wie schriftlich abgegebene Gebote behandelt.

7. Durchführung der Auktion: Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein höheres Gebot abgegeben wird. Der Versteigerer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern, wenn ein besonderer Grund vorliegt, insbesondere wenn der Bieter nicht im Sinne von § 1 Abs. 3 GWG erfolgreich identifiziert werden kann. Wenn mehrere Personen zugleich dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den erteilten Zuschlag zurücknehmen und die Sache erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und dies vom Bieter sofort beanstandet worden ist oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. Schriftliche Gebote werden von Lempertz nur in dem Umfang ausgeschöpft, der erforderlich ist, um ein anderes Gebot zu überbieten. Der Versteigerer kann für den Einlieferer bis zum vereinbarten Limit bieten, ohne dies anzuzeigen und unabhängig davon, ob andere Gebote abgegeben werden. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer dem Bieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung unter www.lempertz.com/datenschutzerklärung.html

8. Mit Zuschlag kommt der Vertrag zwischen Versteigerer und Bieter zustande (§ 156 S. 1 BGB). Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Sofern ein Zuschlag unter Vorbehalt erteilt wurde, ist der Bieter an sein Gebot bis vier Wochen nach der Auktion gebunden, wenn er nicht unverzüglich nach Erteilung des Zuschlages von dem Vorbehaltszuschlag zurücktritt. Mit der Erteilung des Zuschlages gehen Besitz und Gefahr an der versteigerten Sache unmittelbar auf den Bieter/Ersteigerer über, das Eigentum erst bei vollständigem Zahlungseingang.

9. Auf den Zuschlagspreis wird ein Aufgeld von 26 % zuzüglich 19 % Umsatzsteuer nur auf das Aufgeld erhoben, auf den über € 600.000 hinausgehenden Betrag reduziert sich das Aufgeld auf 20 % (Differenzbesteuerung). Bei differenzbesteuerten Objekten, die mit N gekennzeichnet sind, wird zusätzlich die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 7 % berechnet. Für Katalogpositionen, die mit R gekennzeichnet sind, wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 19 % auf den Zuschlagspreis + Aufgeld berechnet (Regelbesteuerung). Wird ein regelbesteuertes Objekt an eine Person aus einem anderen Mitgliedsstaat der EU, die nicht Unternehmer ist, verkauft und geliefert, kommen die umsatzsteuerrechtlichen Vorschriften des Zielstaates zur Anwendung, § 3c UStG. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (d.h. außerhalb der EU) und – bei Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – auch an Unternehmen in EU-Mitgliedsstaaten. Für Originalkunstwerke, deren Urheber noch leben oder vor weniger als 70 Jahren (§ 64 UrhG) verstorben sind, wird zur Abgeltung des gemäß § 26 UrhG zu entrichtenden Folgerechts eine Gebühr in Höhe von 1,8 % auf den Hammerpreis erhoben. Bei Zahlungen über einem Betrag von € 10.000,00 ist Lempertz gemäß §3 des GWG verpflichtet, die Kopie eines Lichtbildausweises des Käufers zu erstellen. Dies gilt auch, wenn eine Zahlung für mehrere Rechnungen die Höhe von € 10.000,00 überschreitet. Nehmen Auktionsteilnehmer ersteigerte Objekte selbst in Drittländer mit, wird ihnen die Umsatzsteuer erstattet, sobald Lempertz Ausfuhr- und Abnehmernachweis vorliegen. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.

10. Ersteigerer haben den Endpreis (Zuschlagspreis zuzüglich Aufgeld + MwSt.) im unmittelbaren Anschluss an die Auktion an Lempertz zu zahlen. Zahlungen sind in Euro zu tätigen. Eine Zahlung mit Kryptowährungen ist möglich. Die Rechnung wird per E-Mail übermittelt, es sei denn, der Ersteigerer äußert den Wunsch, diese per Post zu erhalten. Der Antrag auf Änderung oder Umschreibung einer Rechnung, z.B. auf einen anderen Kunden als den Bieter, muss unmittelbar im Anschluss an die Auktion abgegeben werden. Durch die Änderung können zusätzliche Gebühren anfallen. Die Umschreibung erfolgt unter Vorbehalt der erfolgreichen Identifizierung (§ 1 Abs. 3 GWG) des Bieters und derjenigen Person, auf die die Umschreibung der Rechnung erfolgt. Rechnungen werden nur an diejenigen Personen ausgestellt, die die Rechnung tatsächlich begleichen.

11. Bei Zahlungsverzug werden 1 % Zinsen auf den Bruttopreis pro Monat berechnet. Lempertz kann bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach Fristsetzung Schadenersatz statt der Leistung verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache nochmals versteigert wird und der säumige Ersteigerer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich des Aufgeldes einzustehen hat.

12. Die Ersteigerer sind verpflichtet, ihre Erwerbung sofort nach der Auktion in Empfang zu nehmen. Lempertz haftet für versteigerte Objekte nur für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit. Ersteigerte Objekte werden erst nach vollständigem Zahlungseingang ausgeliefert. Eine Versendung erfolgt ausnahmslos auf Kosten und Gefahr des Ersteigerers. Lempertz ist berechtigt, nicht abgeholte Objekte vier Wochen nach der Auktion im Namen und auf Rechnung des Ersteigerers bei einem Spediteur einlagern und versichern zu lassen. Bei einer Selbsteinlagerung durch Lempertz werden 1 % p.a. des Zuschlagspreises für Versicherungs- und Lagerkosten berechnet.

13. Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann, ist Köln. Es gilt deutsches Recht; Das Kulturgutschutzgesetz wird angewandt. Das UN-Übereinkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. Sollte eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. Es wird auf die Datenschutzerklärung auf unserer Webpräsenz hingewiesen.

Henrik Hanstein, öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator

Isabel Apiarius-Hanstein, Kunstversteigerin

Vollständige AGBs