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Josef Grassi, zugeschrieben - Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg

In Winterauktion

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München
Josef Grassi, zugeschrieben
1755 o. 1757 Udine - 1838 Dresden

Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg


Halbfigur nach links sitzend. Auf dem Tisch eine Schreibmappe, den Blick sinnend nach links oben gerichtet, die linke Hand erhoben. R. u. undeutliche spätere Bezeichnung "C.V.A.". Öl auf Lwd. 97,5 x 75 cm. Rest. Min. besch. Rahmen besch. (120 x 97 cm).

Herzog Emil Leopold August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772 Gotha - 1822 ebenda) war der vorletzte Landesfürst des thüringischen Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg. Er war der zweite Sohn von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg und dessen Frau Charlotte von Sachsen-Meiningen (vgl. Kat.-Nr. 467). Es wurde ihm eine hervorragende Ausbildung zuteil, mit Überzeugung vertrat er die französischen Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bereits bei seinem Regierungsantritt 1804 galt er als Anhänger Napoleon Bonapartes. Herzog August, von ungewöhnlich sensiblem Charakter, betätigte sich neben seinen Regierungsgeschäften gerne schriftstellerisch, auch übte er sich als Maler. Er engagierte sich als Patron der Künste und Wissenschaften, eine tradierte Herrschertugend, wirkte als Mäzen und seine Kunstsammlung wurde als bedeutend erachtet. Eine andere Seite seines Wesens irritierte die Zeitgenossen: Er liebte bisweilen provozierende und schockierende Auftritte, zeigte sich in Frauenkleidung. Eines seiner letzten, nicht publizierten Werke war sein Roman "Aemilie", der offenbar autobiographische Elemente enthielt. Herzog August nannte sich in seiner privaten Korrespondenz "Emil", nach seinem ersten Vornamen. Bis kurz vor seinem Tod beschäftigte ihn die "Aemilie", "als hing sein Leben mit dem Leben der Hauptperson innig zusammen" (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 19). 1813 schuf Josef Grassi ein Porträt des Herzogs, das in seiner Darstellung und seinen Maßen dem vorliegenden Gemälde entspricht (Gotha, Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gemäldesammlung, Inventar-Nr. SG 130, alte Inventar-Nr. Ahv. 642). Dieses war ein Geschenk des Herzogs an seinen Sekretär Friedrich Christian Jacobs. "Jakobs besitzt als Geschenk ein Gemählde des Herzogs von Grassi, welches ihn dichtend und in die Feder sagend darstellt und eines der ähnlichsten ist." (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 18). Im Nachruf auf den verstorbenen Herzog August findet sich eine knappe Charakterisierung von dessen Physiognomie: Man fände nur selten "ein geistreicheres, seelendurchdrungeneres Gesicht, als wenn er dichtend, oder zeichnend, oder musikalisch schuf." (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 11). Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ebenda) dessen bedeutende Kunstsammlung den Grundstock des Lindenau-Museums in Altenburg bildete, beriet die Familie Sachsen-Gotha-Altenburg über lange Jahre in finanziellen und juristischen Fragen. Ab 1822 vertrat er den Nachfolger Augusts in den Regierungsgeschäften (was ihm im Volksmund den Beinamen "Herzog Bernhard" einbrachte). Das vorliegende Porträt wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste - ebenso wie Kat.-Nr. 467 - von der herzoglichen Familie geschenkt. Bernhard von Lindenau war ebenfalls von Josef Grassi porträtiert worden (Gotha, Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gemäldesammlung, Inventar-Nr. SG 131, alte Inventar-Nr. Ahv. 634). Die Porträts des Herzogs und Lindenaus zeichnet eine Gemeinsamkeit aus: Sie entsprechen sich spiegelbildlich hinsichtlich ihrer Körperhaltung mit dem sinnend erhobenen Kopf. Nach Grassis Porträt von Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg aus dem Jahre 1813 entstanden mehrere Kopien, die entweder von Josef Grassi selbst oder von Ludwig Doell geschaffen wurden und ebenfalls als Geschenke weitergegeben wurden (vgl. Ausst.-Kat. Gotha 2022, s. u.). Literatur: Gothaischer genealogischer Kalender auf das Jahr 1823. 60. Jgg. Gotha 1822, S. 2-22: umfassender Nachruf auf den verstorbenen Herzog August. Vgl.: "Luxus, Kunst & Phantasie - Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg als Sammler". Ausst.-Kat. Herzogliches Museum, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Gotha, 14. August 2022 - 19. Februar 2023. Dresden 2022, S. 106 f., Kat.-Nr. 9: Grassis Porträt des Herzogs von 1813, im Eigentum der Sammlungen Schloss Friedenstein.

Provenienz: Nachlass Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ebenda). - Seitdem im Besitz der Nachfahren Lindenaus.
Josef Grassi, attributed to
1755 or 1757 Udine - 1838 Dresden

Duke Augustus of Saxe-Gotha-Altenburg


Indistinct later inscription "C.V.A." lower right. Oil on canvas. 97.5 x 75 cm. Restored. Minor damage. Damage to frame (120 x 97 cm).

Literature: Gothaischer genealogischer Kalender auf das Jahr 1823. 60th volume. Gotha 1822, pages 2-22. Cf.: "Luxus, Kunst & Phantasie - Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg als Sammler". Exhibition catalogue of the Ducal Museum, Friedenstein Castle Gotha Foundation, Gotha, 14 August 2022 - 19 February 2023. Dresden 2022, page 106 f., catalogue number 9: Grassi's portrait of the Duke from 1813, owned by the Friedenstein Castle Collections.

Provenance: estate of Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ibid.). - Since then owned by the descendants of Lindenau.
Josef Grassi, zugeschrieben
1755 o. 1757 Udine - 1838 Dresden

Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg


Halbfigur nach links sitzend. Auf dem Tisch eine Schreibmappe, den Blick sinnend nach links oben gerichtet, die linke Hand erhoben. R. u. undeutliche spätere Bezeichnung "C.V.A.". Öl auf Lwd. 97,5 x 75 cm. Rest. Min. besch. Rahmen besch. (120 x 97 cm).

Herzog Emil Leopold August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772 Gotha - 1822 ebenda) war der vorletzte Landesfürst des thüringischen Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg. Er war der zweite Sohn von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg und dessen Frau Charlotte von Sachsen-Meiningen (vgl. Kat.-Nr. 467). Es wurde ihm eine hervorragende Ausbildung zuteil, mit Überzeugung vertrat er die französischen Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bereits bei seinem Regierungsantritt 1804 galt er als Anhänger Napoleon Bonapartes. Herzog August, von ungewöhnlich sensiblem Charakter, betätigte sich neben seinen Regierungsgeschäften gerne schriftstellerisch, auch übte er sich als Maler. Er engagierte sich als Patron der Künste und Wissenschaften, eine tradierte Herrschertugend, wirkte als Mäzen und seine Kunstsammlung wurde als bedeutend erachtet. Eine andere Seite seines Wesens irritierte die Zeitgenossen: Er liebte bisweilen provozierende und schockierende Auftritte, zeigte sich in Frauenkleidung. Eines seiner letzten, nicht publizierten Werke war sein Roman "Aemilie", der offenbar autobiographische Elemente enthielt. Herzog August nannte sich in seiner privaten Korrespondenz "Emil", nach seinem ersten Vornamen. Bis kurz vor seinem Tod beschäftigte ihn die "Aemilie", "als hing sein Leben mit dem Leben der Hauptperson innig zusammen" (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 19). 1813 schuf Josef Grassi ein Porträt des Herzogs, das in seiner Darstellung und seinen Maßen dem vorliegenden Gemälde entspricht (Gotha, Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gemäldesammlung, Inventar-Nr. SG 130, alte Inventar-Nr. Ahv. 642). Dieses war ein Geschenk des Herzogs an seinen Sekretär Friedrich Christian Jacobs. "Jakobs besitzt als Geschenk ein Gemählde des Herzogs von Grassi, welches ihn dichtend und in die Feder sagend darstellt und eines der ähnlichsten ist." (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 18). Im Nachruf auf den verstorbenen Herzog August findet sich eine knappe Charakterisierung von dessen Physiognomie: Man fände nur selten "ein geistreicheres, seelendurchdrungeneres Gesicht, als wenn er dichtend, oder zeichnend, oder musikalisch schuf." (Gothaischer genealogischer Kalender, s. u., S. 11). Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ebenda) dessen bedeutende Kunstsammlung den Grundstock des Lindenau-Museums in Altenburg bildete, beriet die Familie Sachsen-Gotha-Altenburg über lange Jahre in finanziellen und juristischen Fragen. Ab 1822 vertrat er den Nachfolger Augusts in den Regierungsgeschäften (was ihm im Volksmund den Beinamen "Herzog Bernhard" einbrachte). Das vorliegende Porträt wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste - ebenso wie Kat.-Nr. 467 - von der herzoglichen Familie geschenkt. Bernhard von Lindenau war ebenfalls von Josef Grassi porträtiert worden (Gotha, Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gemäldesammlung, Inventar-Nr. SG 131, alte Inventar-Nr. Ahv. 634). Die Porträts des Herzogs und Lindenaus zeichnet eine Gemeinsamkeit aus: Sie entsprechen sich spiegelbildlich hinsichtlich ihrer Körperhaltung mit dem sinnend erhobenen Kopf. Nach Grassis Porträt von Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg aus dem Jahre 1813 entstanden mehrere Kopien, die entweder von Josef Grassi selbst oder von Ludwig Doell geschaffen wurden und ebenfalls als Geschenke weitergegeben wurden (vgl. Ausst.-Kat. Gotha 2022, s. u.). Literatur: Gothaischer genealogischer Kalender auf das Jahr 1823. 60. Jgg. Gotha 1822, S. 2-22: umfassender Nachruf auf den verstorbenen Herzog August. Vgl.: "Luxus, Kunst & Phantasie - Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg als Sammler". Ausst.-Kat. Herzogliches Museum, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Gotha, 14. August 2022 - 19. Februar 2023. Dresden 2022, S. 106 f., Kat.-Nr. 9: Grassis Porträt des Herzogs von 1813, im Eigentum der Sammlungen Schloss Friedenstein.

Provenienz: Nachlass Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ebenda). - Seitdem im Besitz der Nachfahren Lindenaus.
Josef Grassi, attributed to
1755 or 1757 Udine - 1838 Dresden

Duke Augustus of Saxe-Gotha-Altenburg


Indistinct later inscription "C.V.A." lower right. Oil on canvas. 97.5 x 75 cm. Restored. Minor damage. Damage to frame (120 x 97 cm).

Literature: Gothaischer genealogischer Kalender auf das Jahr 1823. 60th volume. Gotha 1822, pages 2-22. Cf.: "Luxus, Kunst & Phantasie - Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg als Sammler". Exhibition catalogue of the Ducal Museum, Friedenstein Castle Gotha Foundation, Gotha, 14 August 2022 - 19 February 2023. Dresden 2022, page 106 f., catalogue number 9: Grassi's portrait of the Duke from 1813, owned by the Friedenstein Castle Collections.

Provenance: estate of Bernhard von Lindenau (1779 Altenburg - 1854 ibid.). - Since then owned by the descendants of Lindenau.

Winterauktion

Auktionsdatum
Lose: 1 - 323
Lose: 400 - 668
Ort der Versteigerung
Barer Strasse 37
München
80799
Germany

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AGB

VERSTEIGERUNGSBEDINGUNGEN
NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

  1. Die NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG (im folgenden »Versteigerer«) versteigert öffentlich im Namen und für Rechnung der Einlieferer (Vermittlerstatus). Die Versteigerung ist freiwillig.
  2. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Mindestzuschlagspreise (Limite).
  3. Jeder Bieter kauft im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, es sei denn, er weist vor dem Zuschlag eine Vertretungsvollmacht nach. Schriftliche oder telefonische Gebote müssen spätestens 24 Stunden vor der Auktion vorliegen und den Gegenstand unter Aufführung der Katalognummer und des gebotenen Preises, der sich als Zuschlagsbetrag ohne Aufgeld und Umsatzsteuer versteht, benennen; Unklarheiten oder Ungenauigkeiten gehen zu Lasten des Bieters; im Zweifel gilt die Katalognummer. Bei telefonischen Geboten kann nicht dafür eingestanden werden, dass eine Verbindung zustande kommt. Für Telefonbieter ist der Schätzpreis das Mindestgebot. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten kann für die Berücksichtigung von Geboten per E-Mail keine Haftung übernommen werden.
  4. Der Versteigerer behält sich vor, Katalognummern zu verbinden, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge des Katalogs aufzurufen oder zurückzuziehen. Der Aufruf kann zum halben Schätzpreis erfolgen, es sei denn, dass bereits höhere schriftliche oder telefonische Gebote vorliegen. Gesteigert wird nach Ermessen des Versteigerers in der Regel um 10%.
  5. Der Versteigerer/Einlieferer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Hat der Versteigerer ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und hat dies der Bieter sofort beanstandet oder bestehen sonst Zweifel über den Zuschlag, kann der Versteigerer bis zum Abschluss der Auktion nach seiner Wahl den Zuschlag zugunsten eines bestimmten Bieters wiederholen oder den Gegenstand erneut ausbieten. In diesen Fällen erlischt der vorangegangene Zuschlag. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer/Einlieferer dem Bieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
  6. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein Übergebot abgegeben wird. Der Versteigerer kann unter Vorbehalt zuschlagen, insbesondere dann, wenn das vom Einlieferer genannte Limit nicht erreicht ist. In diesem Fall ist der Bieter auf die Dauer von drei Wochen an sein Gebot gebunden. Erhält er nicht innerhalb dieser Frist die vorbehaltlose Annahme seines Gebots, so erlischt der Zuschlag. Wird das Gebot nicht angenommen oder bietet jemand das Limit, kann der Gegenstand ohne Rückfrage bei dem Bieter des Vorbehalts an einen höher Bietenden abgegeben werden. Es ist Sache des Vorbehaltsbieters, sich über die Genehmigung seines Gebots zu informieren. Für das Wirksamwerden des Zuschlags genügt die Absendung der Benachrichtigung an die vom Bieter genannte Adresse.
  7. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme und Zahlung; mit seiner Erteilung geht die Gefahr für nicht zu vertretende Beschädigungen, Verluste, Verwechslungen etc. der versteigerten Sache auf den Ersteigerer über, der auch die Lasten trägt. Das Risiko der Ausfuhrgenehmigung bzw. ihrer Erteilung liegt beim Käufer.
  8. a) Es wird, je nach Vorgabe des Kommittenten, differenz- oder regelbesteuert verkauft. Bei Differenzbesteuerung gem. §25a UStG wird auf den Zuschlagspreis bis einschließlich € 200.000 ein Aufgeld von
    30 % und auf den überschreitenden Betrag ein Aufgeld von 27% erhoben, in denen die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist. Für Katalogpositionen, die mit einem * gekennzeichnet sind, erfolgt eine Regelbesteuerung, bei der auf den Zuschlagspreis bis einschließlich € 200.000 ein Aufgeld von  25 %  und auf den überschreitenden Betrag ein Aufgeld von 22% erhoben wird. Auf den Zuschlagspreis und das Aufgeld  wird sodann die gesetzliche Umsatzsteuer hinzugerechnet und separat ausgewiesen. b) Unabhängig von der Besteuerungsart wird auf den Rechnungsbetrag eine evtl. anfallende Folgerechtsumlage hinzugerechnet. Diese ist nach § 26 UrhG normiert.
    c) Werden die ersteigerten Gegenstände vom Käufer an eine Adresse in Drittländern (außerhalb der EU) ausgeführt, wird diesem die gezahlte Mehrwertsteuer erstattet, sobald der Käufer dem Versteigerer den Ausfuhrnachweis vorgelegt hat. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.
  9. Zahlungen sind in bar in EUR (€) an den Versteigerer zu leisten. Alle Arten unbarer Zahlungen werden nur aufgrund besonderer Vereinbarung erfüllungshalber angenommen; für rechtzeitige Vorlegung, Protestierung, Benachrichtigung oder Zurückleitung nicht eingelöster Zahlungen/Zahlungsmittel haftet der Versteigerer/Einlieferer nicht. Hat sich der Versteigerer mit unbarer Zahlung einverstanden erklärt, gehen alle dadurch ausgelösten Kosten, Steuern und Gebühren der Zahlung (inkl. der dem Versteigerer abgezogenen Bankspesen) zu Lasten des Käufers. Der Versteigerer/Einlieferer ist nicht verpflichtet, den ersteigerten Gegenstand vor Bezahlung (bei unbarer Zahlung erst nach vorbehaltloser Bankgutschrift) aller vom Käufer geschuldeten Beträge herauszugeben. Das Eigentum bleibt bis zur Erfüllung aller im Zeitpunkt des Zuschlags gegen den Käufer bestehenden Forderungen des Versteigerers/Einlieferers vorbehalten. Der Käufer kann gegenüber dem Versteigerer/Einlieferer nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen. Zurückbehaltungsrechte des Käufers sind ausgeschlossen, soweit sie nicht auf dem selben Vertragsverhältnis beruhen.
  10. Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 1% je angebrochenem Monat berechnet. Der Versteigerer/Einlieferer kann bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach erfolglosem Ablauf einer angemessenen Nachfristsetzung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Der Schadensersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich des Aufgeldes einzustehen hat. Zu einem neuen Gebot wird der Käufer nicht zugelassen und hat auf einen Mehrerlös keinen Anspruch.
  11. Der Käufer ist verpflichtet, seine Erwerbung unverzüglich nach der Auktion abzuholen. Gerät er mit dieser Verpflichtung in Verzug und erfolgt die Abholung trotz Mahnung nicht, kann der Versteigerer/Einlieferer Verzugsschadenersatz verlangen mit der Maßgabe, dass er den Gegenstand nochmals versteigern und seinen Schaden in derselben Weise wie beim Zahlungsverzug berechnen kann. Ab dem Zuschlag lagert der versteigerte Gegenstand auf Rechnung und Gefahr des Käufers beim Versteigerer, der berechtigt aber nicht verpflichtet ist, eine Versicherung zu Lasten des Käufers abzuschließen oder sonstige wertsichernde Maßnahmen zu ergreifen. Er darf jederzeit nicht abgeholte Objekte im Namen und auf Rechnung des Käufers bei einem Dritten einlagern. Bei einer Selbsteinlagerung durch den Versteigerer kann dieser die Zahlung eines üblichen Lagerentgelts (zzgl. Bearbeitungskosten) verlangen. Der Versand erfolgt nur auf Wunsch und nach den Anweisungen des Käufers und auf seine Kosten und Gefahr.
  12. Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Gegenstände können vor der Auktion besichtigt und geprüft werden. Sie sind gebraucht und werden ohne Haftung des Versteigerers/Einlieferers für Sachmängel und unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung zugeschlagen. Die Katalogangaben, die nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden, sind keine Garantien im Rechtssinne (§§ 434 ff. BGB) und dienen ausschließlich der Information; sie werden nicht Bestandteil der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit. Gleiches gilt für Auskünfte jeglicher Art (Zustandsbeschreibung), sei es mündlich oder schriftlich. Der Erhaltungszustand wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt, so dass fehlende Angaben ebenfalls keine Beschaffenheitsvereinbarung begründen; alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlags befinden.
  13. Der Versteigerer/Einlieferer verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von Katalogbeschreibungen, welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht unerheblich mindern, und welche innerhalb einer Verjährungsfrist von einem Jahr nach dem Zeitpunkt des Zuschlags in begründeter Weise vorgetragen werden, erstattet der Versteigerer dem Käufer ausschließlich den Kaufpreis, jedoch keine sonstigen dem Käufer entstandenen Kosten und Aufwendungen. Im Übrigen ist eine Haftung des Versteigerers/Einlieferers wegen Mängeln ausgeschlossen.
  14. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben oder anderweitig erteilten Auskünften sind ausgeschlossen, sofern der Einlieferer, der Versteigerer, seine gesetzlichen Vertreter, Arbeitnehmer, Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche Pflichten verletzt hat; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt; im Übrigen gilt Ziffer 12.
  15. Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann, ist München. Es gilt deutsches Recht. Das UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11.04.1980 (CISG; BGBl 89 II) findet keine Anwendung. Sollte eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. Die unwirksame ist durch eine wirksame zu ersetzen, die dem wirtschaftlichen Gehalt und Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.
  16. Diese Versteigerungsbedingungen gelten entsprechend auch für den nachträglichen freihändigen Verkauf von Gegenständen durch den Versteigerer/Einlieferer an einen Erwerber.

 

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